Ratgeber
Rollout-Checkliste für Filialnetze
Ein Rollout über viele Standorte scheitert selten an der Technik. Er scheitert an fehlenden Standortdaten, unklaren Zeitfenstern und Zugängen, die vor Ort niemand öffnet. Diese Liste deckt die Punkte ab, die vor dem ersten Termin geklärt sein sollten.
Stand: August 2026 · Lesezeit etwa 7 Minuten
Kurz gefasst
- Die teuerste Position in jedem Filial-Rollout ist die Fehlanfahrt. Fast alle Fehlanfahrten haben ihre Ursache in unvollständigen Standortdaten.
- Ein Pilotstandort vor dem Serienstart deckt Abweichungen auf, solange sie noch billig zu korrigieren sind.
- Dokumentationsform, Eskalationsweg und Umgang mit Altgeräten gehören vor den Start, nicht in die erste Projektwoche.
1. Standortdaten
Pro Standort braucht das Team mehr als eine Adresse. Ohne diese Angaben ist keine belastbare Tourenplanung möglich.
- Vollständige Adresse inklusive Gebäudeteil, Etage und Raum
- Ansprechpartner vor Ort mit Telefonnummer, plus Vertretung
- Öffnungs- und Betriebszeiten, abweichende Zeiten an Feiertagen
- Anlieferung: Rampe, Aufzug, Trageweg, Parkmöglichkeit
- Stückzahl und Gerätetypen je Standort, mit Seriennummern der Bestandsgeräte
- Besonderheiten: Kassensysteme, Waagen, Etikettendrucker, Fremdgeräte
2. Zeitfenster und Zugang
- Darf im laufenden Betrieb gearbeitet werden oder nur davor beziehungsweise danach?
- Sperrzeiten, etwa Inventur, Aktionswochen, Umbauten
- Wer schließt auf und wer schließt ab? Gibt es eine Alarmanlage und wer scharf schaltet
- Sind Besucherausweise, Sicherheitsunterweisungen oder Führungszeugnisse erforderlich?
- Wie viel Vorlauf braucht die Terminankündigung an den Standort?
3. Technische Vorgaben
- Image beziehungsweise Softwarestand und wer ihn bereitstellt
- Namenskonvention für Geräte und Beschriftung
- Netzwerk: feste IPs, Ports, WLAN-Zugang, Domain-Beitritt
- Peripherie, die übernommen wird, und Peripherie, die getauscht wird
- Datenmitnahme: Umfang, Werkzeug, Verantwortung
- Wer testet die Funktion nach dem Aufbau und woran wird sie gemessen?
4. Dokumentation und Nachweis
Der Nachweis entscheidet, ob der Rollout später prüfbar ist. Legen Sie vorher fest, was pro Gerät und was pro Standort erfasst wird.
- Protokoll pro Gerät: alte und neue Seriennummer, Standort, Nutzer, Datum
- Bestätigung durch den Nutzer oder die Standortleitung
- Tagesreporting: erledigte Standorte, offene Punkte, Abweichungen
- Format und Zielsystem: Datei, Ticketsystem, Asset-Datenbank
- Wie werden Restarbeiten festgehalten und wer holt sie nach?
5. Pilot
Ein Standort oder eine kleine Tranche zuerst, mit Abnahme durch den Auftraggeber. Der Pilot prüft nicht die Technik, sondern die Annahmen: Stimmen die Standortdaten? Reicht das Zeitfenster? Ist die Checkliste vollständig? Erst danach wird der Serienplan festgezurrt.
6. Serienbetrieb
- Feste Ansprechpartner auf beiden Seiten, namentlich benannt
- Eskalationsweg mit Reaktionszeit, schriftlich
- Regelung für nicht durchführbare Termine und Fehlanfahrten
- Ersatzteil- und Ersatzgerätebestand während der Rollout-Phase
- Fester Reporting-Rhythmus statt Nachfragen
7. Abschluss und Rücknahme
- Wohin gehen die Altgeräte und wer übernimmt sie?
- Wird ein Löschnachweis benötigt und in welcher Form?
- Zwischenlagerung: wo, wie lange, auf wessen Kosten
- Übergabeprotokoll mit Seriennummern
- Abschlussbericht mit Abweichungen und Restpunkten
Der Kurztest
Wenn Sie diese drei Fragen nicht beantworten können, ist der Rollout noch nicht startbereit: Wer schließt an Standort 14 auf? Was passiert mit den Altgeräten? In welcher Form liegt der Nachweis nach Abschluss vor?
Rollout planen lassen
Wir gehen die Liste mit Ihnen durch, klären den Scope und schlagen einen Pilotstandort vor. Danach erhalten Sie einen Serienplan mit Preis pro Gerät oder Festpreis pro Standort.
Anfrage stellen